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Tatsache ist, dass sich immer mehr ältere Frauen und Männer in dieser Situation befinden. Was hat das für Folgen? Welche Forderungen an die Gesellschaft ergeben sich daraus? Diesen Fragen widmete sich die öffentliche Versammlung der Grauen Panther vom 3. Juni 2024 im Quartierzentrum Oekolampad, an der mehr als 100 Pantherinnen und Panther teilnahmen.

Bestritten wurde der Nachmittag von Mitgliedern der Arbeitsgruppe «Altern mit wenig Geld» unter der Leitung von Rosmarie Imhof. In szenischen Darbietungen führten die Frauen der AG in das Thema ein: Was kann man tun, wenn man älter und weniger leistungsfähig wird, und es für einem immer schwieriger wird, sich weiterhin in seinem gewohnten Umfeld zu bewegen und seine Selbständigkeit zu wahren. Da haben es diejenigen noch gut, die in einer Partnerschaft leben, auch wenn die traute Zweisamkeit nicht immer in Harmonie verläuft und die Partner in der Regel ungleiche Anteile haben an der zu leistenden Betreuungsarbeit. Der Tod des Ehepartners, der Ehepartnerin ist hier eine spürbare Zäsur, weil meistens tragfähige Aussenkontakte fehlen, die plötzlich reaktiviert werden könnten. Das Risiko der Vereinsamung ist gross. Da haben es die selbständigen Singles vergleichsweise besser, die diese Aussenkontakte immer gepflegt und gelernt haben, für sich selber zu sorgen. Sie bekommen aber dann ein Problem, wenn sie aus medizinischen Gründen ihre Mobilität verlieren und auf Hilfe von aussen angewiesen sind. Woher kommt diese Hilfe aber, wenn die Kinder nicht können oder nicht wollen, die Nachbarn und Bekannten zwar guten Willens sind, aber keine Zeit haben oder wenn man sich die kommerziellen Angebote für Hilfe und Betreuung finanziell nicht leisten kann?

Regula Meschberger, Vizepräsidentin der Grauen Panther, lieferte den theoretischen Hintergrund zum Thema. Sie zitierte eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz über die Situation der Betreuung im Alter, die die angesprochenen Probleme und Defizite bestätigt. Alleinstehende sind keine homogene Gruppe, ihr «Werdegang» ist unterschiedlich – aber in jedem Fall führt ein Rückzug zur Einsamkeit. Auch den professionellen Akteuren wie Ärzten oder Pflegenden fehlt die Zeit für die Zuwendung und Betreuung, die ausserhalb der medizinischen Verrichtungen liegt. Sich anderweitig Hilfe zu organisieren, kostet aber Geld, das in vielen Fällen die Betroffenen nicht haben!

Bis jetzt erfährt die Gruppe der alleinlebenden alten Menschen nicht die Beachtung, die sie verdient. Ihr fehlt eine starke Lobby, mit deren Hilfe in der Politik etwas bewirkt werden kann. Politik und Gesellschaft müssen das Thema zuoberst auf ihre Prioritätenliste setzen. Studien zeigen, dass Investitionen in die Betreuung sich lohnen und einen grossen Return haben.

Was tun?

Hilfe muss quartiernah organisiert werden. Die aufsuchende Altersarbeit hilft mit, die alten Menschen aus ihrer Vereinsamung zu holen, dazu muss auch das soziale Umfeld wachsam sein und bleiben. Die Betreuungs-Angebote müssen über die richtigen Kanäle bekanntgemacht werden, auch nicht-internet-affine Personen müssen zu den   Informationen Zugang haben. «Gutgemeinte» Ratschläge, was sie am besten nicht mehr tun sollten, brauchen die alten Menschen aber nicht: Sie wollen nicht weniger, sondern mehr Bewegungsfreiheit.

Und vor allem: Sie wollen Zuwendung und keine Bevormundung – gegen eine solche werden sie sich panthermässig mit Zähnen und Krallen wehren!

Die alten Menschen sind zwar auf dem Kopf weiss, im Kopf aber weise!

Bildlegende:
Szenen einer Ehe», gekonnt vorgeführt von Mitgliedern der Arbeitsgruppe.
(Foto hw)