Conti frustriert Senioren
Umsetzung der Basler Seniorenpolitik wird verschlepptRalph Schindel
In der Basler Seniorenpolitik geht es einfach nicht vorwärts. Die Grauen Panther zeigten sich gestern darüber frustriert.
Mit «Seniorenpolitik Basel-Stadt wie weiter?» war der Monatsanlass der Grauen Panther gestern betitelt. Bereits aus der Einladung war der Frust herauszulesen über die Entscheidung von Gesundheitsdirektor Carlo Conti (CVP), die Berichte der Arbeitsgruppen zur Umsetzung der Leitlinien der Basler Seniorenpolitik nicht vor die Gesamtregierung zu bringen.
Am Anlass erklärte Andreas Faller, Leiter Gesundheitsdienste im Gesundheitsdepartement (GD), in Vertretung des abwesenden Conti, dass die Umsetzung aufwendig und zeitintensiv sei. «Als zusätzlicher Faktor wirkt nun auch noch die Verwaltungsreform», sagte Faller, «die Zuständigkeiten müssen geklärt werden.» Angesprochen war das Präsidialdepartement. Dem als Mitglied der Grauen Panther anwesenden Stadtpräsidenten Guy Morin (Grüne) sind diese Probleme aber nicht bekannt, wie er auf Nachfrage der BaZ sagte. «Die Schnittstellen existierten schon vor der Reorganisation.»
Faller schwebt ein interdepartementales Führungsgremium Demografie mit Spitzenleuten aus den verschiedensten Departementen vor. Im Bereich Sucht sei ein solches Gremium etabliert und funktioniere bestens. «So könnten rasch Entscheide gefällt und in die Regierung gebracht werden», sagte Faller und betont, dass dies nur eine Idee sei. «Unser Einfluss würde massiv sinken», meint Markus Benz, Bündnis-Grossrat und Vorsitzender der Seniorenkonferenz. Als Zeithorizont für die Konkretisierung nennt Faller das kommende Frühjahr.
Schlussberichte erwartet. Die von den Arbeitsgruppen zu den Themen Sicherheit, Gesundheitsförderung, Prävention und Wohnen im Alter verfassten Texte waren als Schlussberichte gedacht. Laut Faller werden sie im GD aber als Zwischenberichte aufgefasst. «Carlo Conti hat die Berichte abgenommen und erwartet nun die Schlussberichte», so Faller. Das GD hat aber bereits einen Mantelbericht als Zusammenfassung zu den Berichten verfasst. Eine Seniorin brachte es auf den Punkt: «Wir wollen die Umsetzung der Leitlinien der Seniorenpolitik selber noch erleben.»
Quelle: Basler Zeitung